Kurzantwort
Libri kennzeichnet auf Artikelebene der ONIX-Produktmetadaten, ob ein Titel in einem Vertriebsgebiet im Resale- oder im Agency-Modell gehandelt werden darf. Für Agency-Titel meldet Libri je Gebiet einen verbindlichen Endkundenpreis, den Sie weitergeben müssen. Zusätzlich müssen Sie das Endkundenland ermitteln und mit jeder Bestellung übermitteln — das Libri.Digital Gateway lehnt Transaktionen ab, die die territorialen Verkaufsrechte verletzen.
| Gilt für | angebundene Händlerinnen und Händler – auch reine Resale-Händler, wegen des Ausfilterns |
| Zielgruppe | angebundene Händlerinnen und Händler, technische Dienstleister |
| Vertriebsmodell | Agency (Filterhinweise auch für reine Resale-Händler) |
| Voraussetzung | Verarbeitung des eBook-ONIX-Katalogs |
| Grundlage | „ONIX-Standard Ergänzungen für Libri.Digital" und „Libri.Digital Retailer Documentation" |
Was Libri für Agency-Titel meldet
Wie vom Verlag (als Kommittent) vorgegeben, meldet Libri je Titel und Gebiet:
- die Verkaufsregion oder das Verkaufsland,
- den dort gültigen Endkundenpreis und die Währung,
- den Umsatzsteuerschlüssel — Z (zero, keine MwSt.), R (reduced, ermäßigte MwSt.), S (standard, volle MwSt.),
- die Preisgültigkeit ab (
<PriceEffectiveFrom>).
Die Weitergabe des gemeldeten Endkundenpreises ist für jede Händlerin und jeden Händler verpflichtend.
Agency-Titel ausfiltern (nur für reine Resale-Händler)
Für den seltenen Fall, dass keine Kommissionsvereinbarung geschlossen wurde, dürfen Agency-Titel nicht
verkauft werden und müssen aus dem Angebot herausgefiltert werden. Die Filterung erfolgt in ONIX über das Tag
<j292> (Supplier role, zweistellig numerisch nach Code List 93). Relevante Werte: 10
(„exklusiver Händler an Endkunden") und 11 („nicht-exklusiver Händler an Endkunden") — letzteres ist der
Regelfall.
Territorial Rights Management: das Endkundenland ermitteln und melden
Auch im Agency-Modell verpflichten Sie sich, beim Verkauf die Ländervorgaben des Verlags genau zu beachten. Dafür müssen Sie das Land der Endkundin oder des Endkunden ermitteln. Technische Möglichkeiten sind zum Beispiel:
- eine Geolokalisierung der IP-Adresse beim Download-Abruf,
- ein Abgleich der Wohnsitzangabe im Onlineshop mit den beim Zahlungsanbieter gespeicherten Adressdaten (etwa dem Ausgabeland der Kreditkarte).
Das ermittelte Staatsgebiet übermitteln Sie mit dem „Order Request" (der elektronischen Anforderung zur Auslieferung) als Länder-Präfix an Libri. Libri ist gegenüber den Verlagen zur Meldung des Endkundenlandes je Verkaufstransaktion verpflichtet — weitere Endkundendaten sind nicht erforderlich. Grundlage ist die aktuelle „Libri.Digital Retailer Documentation".
Der Rechtecheck im Gateway
Das Libri.Digital Gateway prüft jede Transaktion: Ist das übermittelte Endkundenland nicht durch die für den Titel gemeldeten territorialen Sales Rights abgedeckt, wird der Order Request abgelehnt. Was in dem Fall zu tun ist, hängt von der Ursache ab:
| Beobachtung | Mögliche Ursache | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Gateway lehnt einzelne Transaktionen ab | Endkundenland liegt außerhalb der gemeldeten Verkaufsrechte des Titels | Titel für dieses Land nicht anbieten; Länderrechte aus dem ONIX-Katalog in die Shop-Logik übernehmen |
| Gateway lehnt auffällig viele Transaktionen ab | Länder-Präfix wird falsch oder gar nicht übermittelt | Ermittlung und Übermittlung des Endkundenlandes gegen die Retailer Documentation prüfen; bei Fragen an das EDI-Team (edi-projekte@libri.de) wenden |
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